Wien für Fans des 1. FC Köln

(Stand: Juni 2014)

 

„Ich war in Sevilla, Gladbach, Köln und Turin – aber nix is so schön, wie da Summer in Wien.“
(Toni Polster besingt den Wiener Sommer, 2006, Youtube)

 

 

Köln-Wien
Entfernung (Luftlinie):  742,83 Kilometer
Entfernung Müngersdorf – Generali Arena (Auto):  919 Kilometer/Fahrtzeit: 9:01 Stunden (via Passau)
Anreise per Bahn: 9:15 Std (direkt)
Anreise per Flugzeug: 5x täglich direkt
FC-Fanclubs in Wien: Fehlanzeige
Befriedigung rheinischer kulinarischer Sehnsüchte in Wien: Fehlanzeige
Bevorzugte Wohnadressen für FC-Fans, die nach Wien ziehen wollen: Domgasse (1. Bezirk), Köllnerhofgasse (1. Bezirk, hier stand bis Ende des 18. Jhdts. der „Kölner Hof“), Löhrgasse (15. Bezirk), Steinergasse (16./17. & 23. Bezirk), Ocwirkgasse (21. Bezirk)
„FC’ler“ in Wien: Christoph Daum, Marcel Koller
„Wiener“ beim FC: Ralph Hasenhüttl, Stefan Maierhofer, Ernst Ocwirk, Thomas Parits, Toni Polster, Daniel Royer, Manfred Schmid, Peter Stöger,  Ferdinand Swatosch

 

Für Fans des 1. FC Köln geht es zu folgenden Stationen in Wien: Vienna Hilton Danube (1/Christoph Daum) – Tel Aviv Beach (2/Daniel Royer) – Rathauskeller (3/Stefan Maierhofer) – Hotel Sacher (4/Thomas Parits) – Generali-Arena (5/Peter Stöger) – Zentralfriedhof (6/Ernst Ocwirk) – Ausflugstipp: Lainzer Tiergarten (7/Toni Polster). Gesamtdauer der Tour: 2:35 Stunden (ohne Verweildauer und Ausflugstipp)

 

 

Auf sieben Stationen geht's für Fans des 1.FC Köln durch Wien, ©rossorobot/wikimedia/bundesligainwien.at

Auf sieben Stationen geht’s für Fans des 1.FC Köln durch Wien, ©rossorobot/wikimedia/bundesligainwien.at

Bevor Peter Stöger den 1. FC Köln in der Saison 2013/14 wieder in die Erstklassigkeit führte, war Toni Polster wohl der berühmteste Wiener am Rhein. Toni „Doppelpack“ gehörte zu jenen wenigen österreichischen Spielern, die auch während der 1990er ihre Spuren in der deutschen Bundesliga hinterließen. Doch mit Ernst Ocwirk und Thomas Parits kamen bereits zwei andere Wiener zu Beginn der 1970er zum FC. Wer sich als Köln-Fan in Wien besonders wohl fühlen möchte, dem sei übrigens eine Unterkunft im 3. Bezirk („Landstraße“) empfohlen. Im Wappen des Bezirks sind zwei anspringende Böcke zu sehen – eine Erinnerung an die früher in dieser Gegend tätigen Gerber, die die Böcke als Zunftwappen führten.

 

Die Wien-Tour beginnt an der schönen blauen Donau, die an dieser Stelle jedoch eher in einem Mix aus Grün und Braun daherfließt. Die erste Station, das Hilton Hotel „Danube Waterfront“, ist via U2-Haltestelle „Stadion“ sowie einem zehnminütigen Spaziergang via Meierei- und Wehlistraße an die Donau zu erreichen.

 

 

Station 1: Hilton Vienna Danube Waterfront, Handelskai 269, 2. Bezirk (Christoph Daum)

Hilton Vienna Danube, ©bundesligainwien.at

Hilton Vienna Danube, ©bundesligainwien.at

Am Sonntag, dem 1. Juni 2003 gewann Christoph Daum mit Austria Wien das österreichische Pokalfinale. Tags darauf saß der ehemalige Trainer des 1. FC Köln im Hilton Vienna Danube und verkündete seinen Abschied aus der Donaumetropole. Ihm nicht wohl gesonnene Stimmen meinten im Anschluss, Daum habe die Austria lediglich als Sprungbrett benutzt, um seinen Namen nach der Kokain-Affäre wieder mit sportlichen Erfolgsmeldungen international ins Gespräch zu bringen. Das ist ihm in jedem Fall eindrucksvoll gelungen, denn Daum holte mit der Austria nicht nur den Pokal, sondern gewann auch überlegen die Meisterschaft. Ein Double-Künststück, dass dem Verein zuletzt elf Jahre zuvor gelang. Dass der Erfolgstrainer nach wenigen Monaten die Austria schon wieder verlassen wollte, sorgte durchaus für Irritationen. Doch das war noch nichts gegen den medialen Aufruhr, den sein Erscheinen auf der Wiener Fußballbühne im Oktober 2002 auslöste.
Denn Daums Vorgänger, Walter Schachner, war sehr erfolgreich in die Saison gestartet, belegte mit der Austria den ersten Tabellenplatz und schaltete im UEFA-Cup eindrucksvoll Schachtjor Donezk aus. Doch kurz darauf wurde er vor die Tür gesetzt. Austrias damaliger Gönner und Klubeigner Frank Stronach zur Begründung: „Wenn du mit den Adlern kreisen willst, kannst du nicht mit den Hühnern herum pecken. Wenn ein Welttrainer am Markt und frei ist, muss ich ihn nehmen.“ Mit Welttrainer war Christoph Daum gemeint, dem Stronach als Zielsetzung das Viertelfinale in der Champions League mit auf den Weg gab. Kurioser Begleitaspekt: Eben jener Christoph Daum saß bereits auf Einladung von Schachtjor Donezk bei Austrias Triumph in Donezk auf der Tribüne, denn die Ukrainer hatten Daum zuvor ein „exorbitantes Angebot“ als Nachfolger des erfolglosen Nevio Scala unterbreitet. Zeitgleich trat auch Hannes Kartnig, mittlerweile rechtskräftig verurteilter ehemaliger Klub-Boss des ehemaligen Champions League-Teilnehmers Sturm Graz, auf den Plan, um Daum als Trainer nach Graz zu locken. Das Rennen machte jedoch Milliardär Frank Stronach, der das vom Zwei- zum Dreikampf gewordene Liebeswerben um Daum zugunsten der Austria entschied.
Daum zeigte sich von Stronachs Konzept und Visionen angetan und machte sich – begleitet von 200 gegen die Entscheidung Stronachs lautstark protestierenden Austria-Fans an die Trainingsarbeit. Gleich in seinem ersten Spiel gelang dem Deutschen ein eindrucksvoller 4:0-Auswärtserfolg beim Grazer AK, was zur Beruhigung des Vereins beitrug. Und spätestens als Daum mit der Austria Ende Oktober Rapid Wien im Derby auswärts mit 2:1 besiegte, schien sich die Aufregung endgültig gelegt zu haben.
Zwar scheiterte Daum mit der Austria in der 2. Runde des UEFA-Pokals am FC Porto, doch in der Bundesliga und im Cup-Bewerb hielt Daum die von Stronach finanziell aufgepumpte Austria auf Kurs. Zum Jahreswechsel hatte die Austria bereits dreizehn Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Pasching, am Ende der Saison holte man sich überlegen Meistertitel und Pokal.
Doch während sich die Bundesliga-Saison ihrem Ende zuneigte, verdichteten sich die Indizien, dass Christoph Daum die Lust am österreichischen Fußball verlieren könnte. Fenerbahce und Schalke wurden damals als mögliche neue Arbeitgeber genannt. Doch Daum erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Apa, dass er keinerlei Ambitionen habe, in die deutsche Bundesliga zurückzukommen. „Ich bin ins Ausland gegangen, um eine neue Sprache zu lernen. Jetzt kann ich eine, auch wenn Wienerisch schwer zu lernen ist.“ Neben der schwierigen Sprache der Einheimischen machte Daum auch das Flair der österreichischen Bundesliga zu schaffen. „In Ried haut mich ein älterer Herr mit dem Stock, weil ich mich von der Trainerbank erhebe. Solche Erlebnisse machen es charmant hier zu arbeiten, aber braucht das ein Christoph Daum?“
Er brauchte es wohl nicht. Wenige Wochen später verkündete Daum im Hilton Hotel an der Donau , in dem auch die österreichische Nationalmannschaft vor Länderspielen im nahe gelegenen Ernst Happel Stadion absteigt, dass er die Austria verlassen werde. Wenige Tage später heuerte Daum bei Fenerbahce Istanbul an.
Als guter Gast präsentierte sich Christoph Daum sechs Jahre nach seinem Abschied von der Austria, als er mit dem 1. FC Köln zu einem Freundschaftsspiel an seine alte Wirkungsstätte in Wien-Favoriten zurückkehrte. Köln verlor 0:1, doch angesichts des Medieninteresses rund um den ehemaligen Meistertrainer der Violetten erschien das Ergebnis des Spiels nebensächlich. Seine Rückkehr nach Wien nutzte Daum so auch, um seiner zwischenzeitlichen Heimat das ein oder andere Kompliment zu machen. „Wien ist eine absolute Weltstadt, sie hat mich total fasziniert. Ich war in so vielen Museen, Ausstellungen, Musicals, etc. wie noch nie in so kurzer Zeit. Oder der Opernball – ein Traum. Oder der Life-Ball – ein Hammer“, so Daum in einem Interview mit der Presse.

 

 

Christoph Daum (*1953 in Oelsnitz/Erzgebirge) spielte als Aktiver u.a. für die Amateure des 1. FC Köln. 1981 begann er hier auch seine Karriere als Trainer. 1986 bis 1990 (2x Vizemeister) und 2006-09 (Aufstieg in die 1. BL) Trainer des 1. FC Köln. Daneben zahlreiche Trainer-Engagements im In- und Ausland (Meister mit dem VfB Stuttgart, 2x Vizemeister mit Bayer Leverkusen, drei Meisterschaften in der Türkei). Im Jahr 2000 hätte Christoph Daum die Nachfolge von Erich Ribbeck als Bundestrainer antreten sollen, aufgrund der „Kokain-Affäre“ löste der DFB den bereits geschlossenen Vertrag jedoch wieder auf. Aktuell ist Daum ohne Verein.

 

Das direkt an der Donau gelegene Hilton Vienna Danube Waterfront wurde 1912 als städtisches Lagerhaus errichtet. Das Gebäude war ursprünglich 140 Meter lang und konnte 3.000 Waggons in sich aufnehmen. In den 1980ern wurde das Gebäude zu einem Hotel umgebaut und 1988 als Scandic Crown Hotel eröffnet. Damals als besonderes Schmankerl mitgeplant: „Extrazimmer für alleinreisende Damen, die im Design auf den weiblichen Geschmack abgestimmt sind“. Seit 2002 gehört das Hotel zur Hilton-Gruppe.

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Prater – Vergnügungspark und Park (ca. 10 Min. Wegzeit)
  • Ernst Happel Stadion (ca. 10 Min. Wegzeit)
  • Trabrennbahn Krieau (www.krieau.at, Nordportalstr. 247, ca. 10 Min. Wegzeit)
  • Donauinsel (ca. 25 Min. Wegzeit)

 

→ Wir gehen zurück zur U2 und fahren bis zur Haltestelle Schottenring. Beim Ausgang Herminengasse geht’s mit dem Aufzug bis in den Zwischenstock. Hinaus zum Donaukanal, linker Hand liegt der Tel Aviv Beach. Wegzeit: 25 Minuten.

 

 

Station 2: Tel Aviv Beach, Obere Donaustraße 65, 2. Bezirk (Daniel Royer)

Tel Aviv Beach am Wiener Donaukanal, ©bundesligainwien.at

Tel Aviv Beach am Wiener Donaukanal, ©bundesligainwien.at

Für Daniel Royer bedeutete das Engagement beim 1. FC Köln die Chance, nach einem durchwachsenen Jahr bei Hannover 96 auf mehr Spieleinsätze zu kommen. Im August 2011 wechselte der damals 21-Jährige nach einer starken Saison beim oberösterreichischen Bundesliga-Klub SV Ried nach Hannover. „Wir sind froh, dass sich eines der größten Talente in Österreich für Hannover 96 entschieden hat“, erklärte Jörg Schmadtke, damals Sportdirektor bei den Niedersachsen. In seiner ersten Saison in der deutschen Bundesliga konnte sich Royer jedoch nicht nachhaltig für einen Platz im Team empfehlen. Am Ende standen lediglich ein Startelfeinsatz, zwei Einwechslungen sowie mehrere Partien für die zweite Mannschaft von Hannover in der Regionalliga zu Buche.
Im Juni 2012 erfolgte dann der Wechsel auf Leihbasis zum 1. FC Köln, dessen Saisonstart nach dem Bundesliga-Abstieg 2011/12 eher mittelprächtig verlief. Gerade mal dreizehn Punkte standen auf der Habenseite der Kölner, als es am 11. Spieltag in Müngersdorf gegen Kaiserslautern ging. An diesem 26. Oktober 2012, in Österreich Nationalfeiertag, absolvierte Daniel Royer erstmals volle neunzig Minuten im Trikot des FC. Und das sollte für Royer nicht der einzige Höhepunkt an diesem rot-weiß-roten Feiertag bleiben. Denn dem gebürtigen Steirer gelang nicht nur ein Assist, sondern er sorgte in der 75. Minute auch für die zwischenzeitliche Führung der Kölner zum 3:2. Dass es letztlich nicht zum erhofften Auswärtsdreier reichte, lag an Mohamadou Idrissou, der kurz vor Schluss noch den Ausgleich für die Lauterer besorgte. Vom Kicker erhielt Royer für seine Leistung die Note 2,5. Und doch fand sich der zu diesem Zeitpunkt bereits sechsfache Nationalspieler beim folgenden Auswärtsspiel in Aalen erstmal wieder nur auf der Bank wieder. Warum er erst in der 2. Halbzeit eingewechselt wurde, war für Royer damals ein Rätsel. „Ich hatte eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Ich kann es wirklich nicht erklären und habe keine Begründung, auch weil ich keine bekommen habe“, kritisierte Royer im November 2012 gegenüber dem Online-Portal sport10.at die Kommunikationspolitik des damaligen FC-Trainers Holger Stanislawski. Als dieser Royer als Reaktion auf die im Interview geäußerte Kritik für ein Spiel aus dem Kader strich, kam der Österreicher zu seiner persönlichen Titelzeile in der Bild („Stani schmeißt Royer aus dem Kader“).
Ein weiteres Tor gelang Royer im März 2013, als er gegen Regensburg den entscheidenden Treffer zum 2:1-Heimsieg erzielte. Mit seinem dritten und letzten Treffer für Köln leitete er am 34. Spieltag den 3:0-Sieg über den FC Ingoldstadt ein. Danach war für Royer Schluss in Köln. „Es war nicht unbedingt so, dass sich die Kölner um mich gerissen haben“, so Royer gegenüber bundesligainwien.at. Rückblickend findet er seine Kölner Bilanz nach dem verkorksten Jahr in Hannover „nicht schlecht. Es war okay, um Erfahrung zu sammeln und Einsatzzeiten zu bekommen. Aber es war eben auch nicht gut genug, um richtig zufrieden zu sein.“ Am Ende der Saison kaufte ihn Austria Wien aus seinem noch zwei Jahre laufenden Vertrag in Hannover heraus. Der Wechsel in die österreichische Hauptstadt hat sich für Royer ausgezahlt, hier ist er eine fixe Kraft in der Bundesliga und in der Gruppenphase der Champions League absolvierte er alle Spiele mit der Austria, darunter auch gegen den späteren CL-Finalisten Atletico Madrid.
Seine Zeit in Köln hat Royer trotz der durchwachsenen Bilanz in positiver Erinnerung behalten. „Ich bin mit den Menschen in Köln immer sehr gut ausgekommen, es sind sehr offene und zugängliche Leute dort. Auch der Karneval hat mir Spaß gemacht, da war ich mitten drin, weil ich das unbedingt erleben wollte.“ Vermisst hat er im flachen Rheinland lediglich die Berge aus seiner steirischen Heimat und den österreichischen Dialekt, auch wenn zeitgleich mit ihm Stefan Maierhofer und Kevin Wimmer beim FC kickten und so auch in der Kabine mal das ein oder andere österreichische Wort zu hören war. Und auch die heimische Küche ist Royer ein wenig abgegangen, „vor allem Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel“. Kontakt hat er auch heute noch zu ehemaligen Kölner Kollegen, darunter zu Dominic Maroh, Kevin Wimmer, Sascha Bigalke und dem ein oder anderen Physiotherapeuten „Man hört sich natürlich nicht jede Woche, aber wenn man sich während der gemeinsamen Zeit gut verstanden hat, bleibt der Kontakt natürlich erhalten“, so Royer.
In Wien fiel ihm die Eingewöhnung relativ leicht, auch wenn er zuvor keinen größeren Bezug zur österreichischen Hauptstadt hatte. „Wien war für mich komplettes Neuland. Ich war vielleicht ab und zu mal mit meinen Eltern in Wien zum Einkaufen, aber da war ich noch sehr jung. Deshalb bekam er nach seinem Einstand bei der Austria erstmal eine exklusive Stadt-Führung von seinen neuen Kollegen James Holland und Kapitän Manuel Ortlechner, „die haben mir einiges gezeigt“. An der österreichischen Hauptstadt weiß Royer mittlerweile vor allem Erholungsräume wie Prater und Alte Donau sowie das breite Angebot an Restaurants (zum Beispiel die Lokale der Kette Vapiano) und die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten (Mariahilferstraße und Kärntnerstraße) zu schätzen.
Im Sommer zieht es Royer auch immer wieder an den Donaukanal, der in seiner heutigen Form seit der Donauregulierung von 1875 existiert. Früher der Hauptarm der Donau, wird der Donaukanal heute von vielen Touristen als „die Donau“ missinterpretiert. Tatsächlich bildet der Donaukanal heute lediglich jenen 17 Kilometer langen Donauarm, der dem Wiener Stadtzentrum am nähesten ist. In der Nähe des Schwedenplatzes wurde früher an den Ufern des Donaukanals mit Salz und Fischen gehandelt, bevor die Kaiflächen großteils sich selbst überlassen wurden. In den letzten fünfzehn Jahre setzte eine Revitalisierung des Geländes ein, die nicht nur zur Errichtung der Schiffsstation „Wien City“, sondern auch zur Eröffnung zahlreicher Lokale und (im Sommer) Stadtstrände führte. Zu letzteren gehört auch der „Tel Aviv Beach“, der 2009 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der israelischen Hafenstadt erstmals geöffnet und seither von Naschmarkt-Wirtin („Neni“) Haya Molcho betrieben wird. „Wenn dort in den warmen Monaten des Jahres richtige Sommerstimmung herrscht, ist es richtig nett“, empfiehlt Daniel Royer einen Besuch der Location.

 

Daniel Royer (*1990 in Schladming) kam über Sturm Graz, FC Pasching und SV Ried 2011 zu Hannover 96. Von dort wurde der Mittelfeldspieler in der Saison 2012/13 an den 1. FC Köln in die 2. Bundesliga verliehen. Hier erzielte Royer in 26 Spielen drei Tore. Derzeit ist Royer bei Austria Wien aktiv, in der österreichischen Nationalmannschaft kam er bislang zu sechs Einsätzen.

Tel Aviv Beach: Auf 1.400 Quadratmetern laden aufgeschütteter Sand, Holzterrassen sowie ein Pavillon zum Verweilen ein. Bier 0,3l (Ottakringer) 3,20 Euro, Cheeseburger mit hausgemachten Canjun Pommes 9,50 Euro.

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Kriminalmuseum (www.kriminalmuseum.at, Große Sperlgasse 24, ca.  10 Min. Wegzeit)
  • Bezirksmuseum des 2. Bezirks (www.bezirksmuseum.at, Karmelitergasse 9, ca. 10 Min. Wegzeit)
  • Ringturm mit wechselndem Ausstellungsprogramm (www.vig.com, Schottenring 30, ca. 5 Min. Wegzeit)
  • Kirche St. Ruprecht, älteste Kirche Wiens (www.ruprechtskirche.at, Ruprechtsplatz 1, ca. 10 Min. Wegzeit)

 

→ Weiter geht’s entweder ober- (Brücke) oder unterirdisch (Bahnsteig der U2) auf die andere Uferseite des Donaukanals. Bei der Haltestelle Schottenring nehmen wir die Straßenbahnlinie 1 in Fahrtrichtung Stefan-Fadinger-Platz. Bei der Haltestelle Rathausplatz/Burgtheater steigen wir aus und gehen über den Rathausplatz bis zum Rathauskeller im rechten Flügel des Rathauses. Wegzeit: 20 Minuten.

 

 

Station 3: Rathauskeller, Rathausplatz 1, 1. Bezirk (Stefan Maierhofer)

Rathauskeller, ©bundesligainwien.at

Rathauskeller, ©bundesligainwien.at

Sechzehn Jahre nach der Fertigstellung des Wiener Rathauses wurde 1899 in den Katakomben des Stadt-Regierungssitzes der Rathauskeller eröffnet. Schließlich brauchten auch Politiker wie Beamte  einen Ort der informellen Zusammenkunft sowie eine Möglichkeit, um Arbeitstage in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. Wiens langjähriger Bürgermeister Karl Lueger – aufgrund seiner antisemitischen Einstellung bis heute eine sehr umstrittene Figur der Wiener Stadtgeschichte – eröffnete den Rathauskeller höchstpersönlich mit einem Hoch auf „Seine K.u.K. Apostolische Majestät, Kaiser Franz Josef I.“ Lueger und Kaiser sind längst verblasste Geschichte, der Rathauskeller ist bis heute äußerst lebendig.
Das hat auch der gebürtige Niederösterreicher Stefan Maierhofer am eigenen Leib erlebt, als er im Rathauskeller zwei Jahre lang seine Kochlehre absolvierte und dabei wahrscheinlich für so manche Berühmtheit (oder jemanden, der sich zumindest dafür hielt) ein Wiener Schnitzel und den dazugehörigen Erdäpfelsalat anrichtete. Wenn der gelernte Gastronom, der seine übrige Lehrzeit im elterlichen Restaurant, der Hochramalpe in Gablitz (ca. 5 Kilometer westlich von Wien, siehe NÖ-Tipp am Ende dieser Seite), absolvierte, heute nach Wien kommt, zieht es ihn dagegen eher zum Brunch ins Rochus (3. Bezirk) oder zum Sushiessen ins Dots (6. Bezirk).
Neben seiner Lehrzeit verbindet ihn auch seine Zeit beim Traditionsklub SK Rapid Wien mit der österreichischen Hauptstadt. 1 ½ Jahre spielte Maierhofer für den österreichischen Rekordmeister und hier erlebte er seine sportlich erfolgreichste Zeit. 2008 feierte Maierhofer mit Rapid die Meisterschaft, seine sieben Tore in elf Spielen trugen maßgeblich zum Titelgewinn bei. 2008/09 traf Maierhofer sogar 23 mal, in der Meisterschaft reichte es jedoch hinter Salzburg nur zur Vizemeisterschaft.
Über Wolverhampton, den MSV Dusiburg und Red Bull Salzburg landete Maierhofer im Januar 2013 beim 1. FC Köln. „Diese Stadt, dieses Stadion, diese Zuschauer – das ist schon Tradition. Ich habe als Jugendlicher den Club verfolgt als Toni Polster hier gespielt hat. Jetzt selber hier spielen zu können, mit der Nummer 9 von Toni Polster, das ist schon was besonderes“, beschrieb Maierhofer seine Gefühlslage in einem Interview mit NetCologne FC-TV. Bevor Maierhofer im Winter 2012/13 an den Rhein wechselte, spielte er 1 ½ Jahre für Red Bull Salzburg. 2011/12 zählte er dort noch als Torschützenkönig zum Stammpersonal. Doch im Sommer 2012 heuerten Ralf Rangnick und Roger Schmidt bei Salzburg an und Maierhofer verlor seinen Stammplatz, da er in den Augen der neuen Führung nicht mehr ins Spielsystem passte. Der Wechsel nach Köln kam für Maierhofer somit zur richtigen Zeit. „Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, dann kann ich denen, die mir das Fußballspielen so absprechen wollen, nur sagen, dass ich schon einige Erfolge vorzuweisen habe“, ließ Maierhofer seinen ehemaligen Arbeitgeber in der Mozartstadt via Kölner Stadt-Anzeiger wissen.
Der Wechsel nach Köln erfolgte auf Leihbasis und war erstmal auf sechs Monate ausgerichtet. Für Maierhofer kein Problem, er kündigte an, dass er hart arbeiten und sich im Training empfehlen wolle. Seinen ersten Einsatz für Köln hatte Maierhofer am 2. Februar im Heimspiel gegen Aue, als er in der 69. Minute eingewechselt wurde. Zum ersten Mal in der Startelf stand der Österreicher dann drei Wochen später im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli, doch sein Startelfdebut wurde an diesem Abend durch das Auslassen zahlreicher Chancen getrübt. Vom Express wurde Maierhofer anschließend zum „Chancentod“ gekürt, eine Zuschreibung, die er mit nur einem Tor in insgesamt fünfzehn Spielen für den FC nicht nachhaltig widerlegen konnte. „Die Situation, als ich im Winter nach Köln gekommen bin, war ja schon sehr schwer“, sucht Maierhofer heute nach Gründen für den ausgebliebenen Erfolg. „Platz eins und zwei waren vergeben und auf Platz drei hatte Köln sechs Punkte Rückstand. Wir haben es dann als Mannschaft nochmals rangeschafft, aber trotzdem hat es nicht sein sollen mit dem dritten Platz.“ Für ihn persönlich sei das von Trainer Holger Stanislawski bevorzugte Spielsystem „nicht förderlich gewesen. Wenn sogar Ecken kurz abgespielt werden obwohl ich mit meinen zwei Metern Körpergröße im Strafraum warte.“ Und so trennten sich im Sommer 2012 die Wege wieder, der FC sah von einer Verlängerung des Kontrakts ab.
Für Maierhofer blieb die Zeit im FC-Trikot trotzdem in guter Erinnerung. „Es war eine tolle Zeit und ich freue mich sehr für den Verein und Peter Stöger, dass sie nun wieder in der Bundesliga spielen“, sagt Stefan Maierhofer gegenüber bundesligainwien.at.

 

Das Rathaus wurde im Rahmen des Ringstraßenbaus 1883 nach Plänen von Friedrich von Schmidt fertiggestellt. Im Rathaus residiert nicht nur der Bürgermeister, auch der Wiener Gemeinderat tagt hier. Seit 1945 stellt durchgehend die SPÖ den Wiener Bürgermeister, derzeit wird Wien von einer rot-grünen Koalition regiert. Durch das Rathaus werden Führungen angeboten. Rathauskeller: Bier 0,3l (Gold Fassl) 3,50 Euro, Schnitzel (Kalb) 19 Euro.

 

Stefan Maierhofer (*1982 in Gablitz) wechselte 2005 nach mehreren Stationen in Wien und Niederösterreich zur U23 von Bayern München. Bei den Bayern brachte er es auch auf zwei Einsätze bei den Profis (2006). Es folgten Stationen bei der TuS Koblenz sowie der SpVgg Greuther Fürth. 2008 wechselte Maierhofer zu Rapid Wien, wo er in 49 Liga-Spielen 31 Tore erzielte. Nach weiteren Stationen in England und Deutschland kam Maierhofer Anfang 2013 zum 1. FC Köln, wo er in 14 Spielen ein Tor erzielte. Zuletzt war der 2,02 große Stürmer in der Saison 2013/14 für den FC Millwall tätig. 2009 hatte Maierhofer, der in 19 Länderspielen ein Tor erzielte) einen Gastauftritt bei Austria’s next Topmodel.

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

 

→ Mit der Straßenbahn (Linie 1, 71 oder D) fahren wir weiter bis zur Haltestelle Oper. Die Kärntner Straße entlang geht’s zum Hotel Sacher. Wegzeit: 20 Minuten.

 

 

Station 4: Hotel Sacher, Philharmonikerstraße 4, 1. Bezirk (Thomas Parits)

Café und Hotel Sacher, ©bundesligainwien.at

Café und Hotel Sacher, ©bundesligainwien.at

John F. Kennedy wohnte hier, Queen Elizabeth II. war zu Gast und natürlich statteten auch Romy Schneider und Kaiser Franz Joseph dem Hotel Sacher einen Besuch ab. Das Hotel und sein Kaffeehaus blickt heute auf eine reiche Geschichte mit zahlreichen prominenten Besucherinnen und Besuchern zurück. Da verstand es sich von selbst, dass auch Kölns Präsident Oskar Maaß Anfang 1970 das beste Haus am Platze auswählte, um mit dem damaligen Stürmerstar von Austria Wien, Thomas Parits, die Modalitäten seines Wechsels von der Donau an den Rhein zu besprechen. „Ganz beiläufig erzählte Maaß, dass der 1. FC Köln auch gerade auf Trainersuche sei. Da hab ich zu ihm gesagt, dass wir mit Ernst Ocwirk bei der Austria einen sehr guten Trainer haben, mit dem wir Meister geworden sind“, erinnert sich Thomas Parits heute an die Begegnung im Sacher zurück. „Den Ocwirk kenne ich, der hat mir schon bei der WM 1954 in der Schweiz als Spieler imponiert“, schildert Parits die Reaktion von FC-Boss Maaß. „Ich habe ihm dann die Telefonnummer von Ocwirk gegeben.“ Und so wechselte nicht nur der damals 23-jährige Parits an den Rhein, sondern auch sein Trainer Ernst Ocwirk.
Thomas Parits hatte vor seinem Wechsel nach Köln mit starken Leistungen bei der Austria auf sich aufmerksam gemacht. In der Nationalliga erzielte der gebürtige Burgenländer 14 Treffer (in 28 Spielen) und hatte damit in der Saison 1969/70 entscheidenden Anteil am Gewinn des Meistertitels. Zudem war Parits auch ein Muster an Beständigkeit, denn für die Austria stand er zuvor rekordverdächtige 112 Spiele in Folge auf dem Platz. „Der Ocwirk hat sich immer gewundert, dass ich nie verletzt war“, erinnert sich Parits.
Der Wechsel zum 1. FC Köln war für Parits „wie Weihnachten. Damals waren in Deutschland ja nur zwei Ausländer pro Mannschaft erlaubt. Unter diesen Umständen ein Angebot von einem deutschen Klub zu bekommen, war ein Traum.“ Dass er es in der deutschen Bundesliga mit einer anderen Welt zu tun hatte, merkte Parits schon rasch nach seiner Ankunft. „Die Vereinsanlagen rund um das Geißbockheim waren etwas ganz Besonderes, da hat sogar jeder Spieler seine eigene Garage gehabt. Bei der Austria mussten wir uns dagegen in zwei Gruppen nacheinander umziehen, weil nicht alle Spieler gleichzeitig Platz in der engen Kabine hatten.“
Der Kicker stellte Parits seinen Lesern im Juni 1970 als „wieselflinken Nationalspieler“ vor, der „ohne Zweifel zu den schnellsten Außenstürmern auf dem Kontinent gehört. Unter der mustergültigen Regie von Wolfgang Overath und dessen Flügelpässen nach Maß müsste Parits für die Kölner zum Haupttreffer werden.“ Seine erste Bundesliga-Saison begann für Parits recht ordentlich, er erzielte beim Wiederholungsspiel der ersten DFB Pokal-Runde gegen Rot Weiss Essen zwei Tore (der Großteil des DFB Pokals der Saison 1969/70 wurde aufgrund der WM 1970 in Mexiko erst zwischen Weltmeisterschaft und Beginn der neuen Saison ausgespielt). Der Kicker attestierte Parits „nach schwachem Beginn einen überzeugenden Einstand“ und zitierte Parits mit den Worten: „Die harte Gangart in der Bundesliga beeindruckt mich nicht. Notfalls werde ich mit gleicher Münze heimzahlen“. Neben dem ruppigeren Stil bemerkte Parits einen anderen wesentlichen Unterschied im Vergleich zur österreichischen Liga: „Die Einstellung der westdeutschen Aktiven zum Fußball ist grundlegend von der meiner Landsleute verschieden. Hier schenkt sich selbst kein Spieler beim Training etwas – vom Match überhaupt ganz abgesehen“, zitiert die österreichische Zeitung Sport und Toto aus einem Brief, den Parits „seinen langjährigen Klubkameraden von der Wiener Austria schrieb“.
Parits, der auch „seine hübsche Ehefrau Heidi von Wien an den Rhein holte“ (Kicker), schaffte es mit dem 1. FC Köln bis ins Pokalfinale und erzielte auf dem Weg dorthin beim 6:1 im Achtelfinale gegen den MSV Duisburg ein weiteres Tor. Das Finale am 29. August 1970 ging jedoch gegen Offenbach unglücklich mit 1:2 verloren, unter anderem weil Werner Biskup zehn Minuten vor Ende der Partie einen Elfmeter verschoss.
In der Bundesliga erzielte Parits Anfang September beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart seinen ersten Liga-Treffer, eine Woche später gelangen ihm beim 2:3 bei Hertha BSC gar zwei Tore, woraufhin er erstmals vom Kicker in die Elf des Tages gewählt wurde. Doch danach riss in der Bundesliga der Faden beim 1. FC Köln, der aufgrund der Erfolge im Pokal vor Saisonbeginn noch zum Meisterschaftsfavoriten auserkoren wurde. Parits gelang im weiteren Verlauf der Hinrunde lediglich ein weiteres Tor. „Der große Durchbruch gelang dem österreichischen Nationalspieler bisher noch nicht. Er leidet darunter, daß die Kölner augenblicklich nicht über durchschlagskräftige Angriffsspitzen auf den Flügeln verfügen“, diagnostizierte der Kicker im Oktober 1970. Die größte Kölner Fußballautorität, Wolfgang Overath höchstpersönlich, bescheinigte Parits trotzdem Bundesligaqualität: „Er bringt vom Spielerischen her alle Eigenschaften eines Klassespielers mit und ist hart und clever genug, um sich in der Bundesliga zu behaupten.“ Im Saison-Zwischenfazit kommt der Kicker im November 1970 zum Schluss, dass „Parits immer dann stark spielt, wenn er steil geschickt wird und genügend Raum hat, seine enorme Schnelligkeit auszuspielen. Harte Manndeckung behagt ihm gar nicht, am Ball nur Mittelmaß, als Vollstrecker ein Zauderer“.
Auch in der Rückrunde kam der FC in der Liga nicht so recht in Schwung, Parits gelang insgesamt nur ein weiteres Tor. Für den Österreicher Resultat einer kräfteraubenden Winter-Tournee nach Südamerika, die der FC aus finanziellen Gründen absolvierte. „Wir hatten nach unserer Rückkehr nach Deutschland einen Temperaturunterschied von vierzig Grad zu verkraften. Wir waren alle krank, aus sportlicher Sicht war diese Reise ein Wahnsinn“, so Parits. Beim 3:2-Erfolg gegen den  Erz-Rivalen Borussia Mönchengladbach wurden im März 71 zwar nochmal alle Kräfte mobilisiert, doch danach folgten sechs Niederlagen am Stück, darunter ein deftiges 0:7 gegen Bayern München.
Am Ende der Saison stand ein enttäuschender elfter Tabellenplatz zu Buche, bis 1986 sollte das die schlechteste Platzierung des FC in der Bundesliga bleiben. Besser lief es dagegen im Pokal, wo es der FC erneut ins Finale schaffte. Dieses Mal wartete der FC Bayern und so bot sich für den FC die Möglichkeit, sich für die herbe Schlappe in der Bundesliga zu revanchieren. Parits legte in der 13. Minute die Führung durch Rupp auf, doch obwohl die Bayern nach einer Roten Karte für Koppenhöfer in der 72. Minute nur noch zu zehnt waren, ging es dank Beckenbauers zwischenzeitlichem Ausgleich in die Verlängerung. „Da war es dann lange ausgeglichen, bis Schneider in der letzten Minute der Verlängerung aus dreißig Metern ins Kreuz getroffen hat“, erinnert sich Parits an den Ausgang des Finales.
Das Pokalfinale sollte sein letztes Spiel für den 1. FC Köln gewesen sein, denn bereits zu Ostern einigte sich Parits mit Eintracht Frankfurt auf einen Wechsel zu den Rheinhessen. „Wir haben im Pokal-Viertelfinale gegen Frankfurt gespielt und danach wollte mich Ribbeck unbedingt haben“, erzählt Parits. Gegenüber seinem Trainer Ernst Ocwirk stellte das Parits vor eine gröbere Herausforderung, „denn ich habe ihm das zu dem frühen Zeitpunkt nicht sagen dürfen.“ Da man sich aber auch privat gut verstand und auch die Frauen von Ocwirk und Parits gut miteinander konnten, war das Handling der Situation nicht einfach. Erst als sein Wechsel zu Frankfurt nicht mehr zu verheimlichen war und Ocwirk ohnehin seinen Abschied von Köln verkündete, weihte Parits Ocwirk in seine Pläne ein.
Auch wenn sein Köln-Kapitel nach nur einer Saison wieder geschlossen wurde, blickt Parits heute  zufrieden auf diese Zeit zurück. „Das war für mich ein sehr gutes Jahr. Endlich war ich Profi und wir haben es nicht nur zwei Mal ins Pokalfinale, sondern auch bis ins Halbfinale des Messestädte-Pokals geschafft. Dort sind wir dann erst an Juventus gescheitert, zuvor haben wir unter anderem Arsenal London besiegt.“

 

Thomas Parits (*1946 in Siegendorf/Ö) war zwischen 1964 und 1970 sowie 1977 und 1979 für Austria Wien als Spieler (260 Spiele, 100 Tore) tätig. Der gebürtige Burgenländer wechselte 1970 in die deutsche Bundesliga zum 1. FC Köln (31 Spiele, 5 Tore). Weitere Stationen: Eintracht Frankfurt (1971-74), FC Granada (74-77) und Voest Linz (79-81). Mit Austria Wien wurde er nicht nur als Spieler, sondern 1985 als Trainer sowie 2013 als Sportvorstand Meister, was ihm den Titel „Beckenbauer der Austria“ einbrachte.

 

Das Hotel Sacher, Ursprung der weltberühmten Sachertorte, wurde 1876 eröffnet. 1939 wurde ein Film namens „Hotel Sacher“ produziert, in dem unter anderem Hedwig Bleibtreu (ihre Großnichte ist die Mutter von Moritz Bleibtreu) sowie der erst 17-jährige Oskar Werner eine Rolle übernahmen. Später spielte Fritz Eckhardt den Portier in der gleichnamigen Serie. Das 5*-Hotel war nicht nur für Thomas Parits und den 1. FC Köln, sondern auch sonst ein beliebter Ort für Vertragsverhandlungen. So verhandelte Toni Polster hier 1987 mit dem AC Torino über seinen Wechsel nach Italien. Wer sich eine Übernachtung im Hotel nicht leisten will oder kann, kann dem Haus in Form eines Besuchs des Café Sacher trotzdem einen Besuch abstatten. www.hotel-sacher.com

 

→ Vom Hotel Sacher geht’s zurück über die Kärntner Straße zur U-Bahnstation Karlsplatz. Mit der U1 fahren wir bis zur Endstation Reumannplatz. Dort geht’s mit der Straßenbahn 67 (Fahrtrichtung) weiter bis zur Haltestelle Altes Landgut. Die Flutlichtmasten der Generali Arena sind von der Straßenbahnhaltestelle aus bereits zu sehen, nach einem zehnminütigen Fußmarsch erreichen wir die Heimstätte von Austria Wien. Wegzeit: 40 Minuten.

 

 

Station 5: Generali Arena, Horr Platz 1 (Fischhofgasse 12), 10. Bezirk (Peter Stöger)

Osttribüne der Generali Arena, ©bundesligainwien.at

Osttribüne der Generali Arena, ©bundesligainwien.at

„Austria lässt Köln abblitzen“, so lautete die Schlagzeile, die am 7. Juni 2013 via sportnet.at veröffentlicht wurde. „Wir wollen etwas aufbauen. In diesem Konzept ist er eine ganz, ganz wichtige Säule“, wurde Austrias Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer zitiert. „Er“, das war Peter Stöger. Ein Trainer, der den 24-fachen Meister Austria Wien 2013 zum ersten Meistertitel seit 2006 führte, was angesichts der finanziellen Überlegenheit von RB Salzburg in der österreichischen Fußballlandschaft für Aufsehen sorgte. Und nicht nur in Österreich.
Der FC war im Sommer 2013 auf der Suche nach einem Nachfolger für Holger Stanislawski und handelte sich laut Medienberichten zahlreiche Absagen bei seiner Trainersuche ein, unter anderem auch beim österreichischen Teamchef und ehemaligen FC-Trainer Marcel Koller. Dass Stöger einem Wechsel in die deutsche Bundesliga nicht abgeneigt sein würde, dokumentierte er angesichts des zwischenzeitlichen Interesses von Werder Bremen an seiner Person im Kicker. „Für jeden Trainer ist es eine Ehre, von der Bundesliga wahrgenommen zu werden“, hieß es wenige Wochen zuvor, bevor Werder sich dann schließlich mit Robin Dutt einig wurde.
Öffentliche Fürsprache erhielt Peter Stöger von Toni Polster, der gegenüber dem Express erklärte, dass „Stöger eine tolle Wahl für Köln wäre“. Und auch der Umworbene selbst machte deutlich, dass ein Traineramt am Geißbockheim nicht uninteressant für ihn wäre. „Ich sehe Köln nicht als klassischen Zweitliga-Club. Der Verein gehört in die Bundesliga und dorthin soll ich ihn wieder bringen“, erklärte Stöger gegenüber dem Internetportal der Gratiszeitung Österreich. Thomas Parits, 2013 Sport-Vorstand der Austria, veranschaulichte gegenüber Kölner Medien die Verhandlungen: „Das ist wie bei einem Tischtennisspiel. Es geht hin und her.“ Keine größere Leidenschaft für Tischtennis kann man somit Kölns Vize-Präsident Harald Schumacher unterstellen, der von der Austria-Führung via Bild „mehr Anstand“ forderte. „Sie haben Peter Stöger im letzten Jahr ebenfalls aus seinem Vertrag bei Wiener Neustadt herausgekauft. Da ist es eine Frage der Ehre. Zählt so was nicht mehr?“
Ehre hin, Ehre her, Köln und die Austria einigten sich schließlich doch noch und so wurde Peter Stöger am 13. Juni gemeinsam mit seinem ebenfalls von der Austria verpflichteten Co-Trainer Manfred Schmid der Kölner Öffentlichkeit als neuer FC-Coach präsentiert. Die Mission hieß „Aufstieg 2014“ und im April 2014 konnte Stöger Vollzug melden (fast auf den Tag genau fünfzig Jahre nach dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft 1964). Nach einem 3:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum wurde Kölns Wiener Coach dadurch zum „Aufstöger“.
39 Jahre vor diesem Aufstieg und den damit verbundenen zahlreichen Bierduschen startete Peter Stöger 1975 seine Spielerkarriere in der Jugend des Favoritner AC. „Man hat sofort gemerkt, dass das mal ein großer Spieler wird“, erinnert sich FavAC-Präsident Franz Leopold heute noch an die Jugendjahre von Peter Stöger zurück. Über Vorwärts Steyr (Oberösterreich) kam der gebürtige Favoritner 1987 zur Vienna und deren damaligen Trainer Ernst Dokupil. „Seit Stöger bei Dokupil aufspielt, steigt die Formkurve. So können sich die Großklubs Rapid und Austria, aber auch der FC Tirol mittlerweile sehr gut vorstellen, das Talent in ihren Reihen aufgeigen zu lassen“, heißt es im Mai 1988 im Sportfunk. Wenige Wochen später wurde dann tatsächlich der „Transfercoup“ vermeldet, Stöger wechselte für kolportierte drei Millionen Schilling zu Austria Wien, um in Favoriten die Nachfolge von Austria-Ikone Herbert Prohaska als Mittelfeldregisseur anzutreten.
Unter Trainer Gustl Starek wurde nichts weniger als der Gewinn der Meisterschaft als Saisonziel ausgegeben und der damals 22-jährige Peter Stöger pflichtete ihm bei. „Ich glaube, wir sind reif für den Titel“, erklärte Stöger, der in einem Portrait der Arbeiter-Zeitung als „ruhiger und besonnener Fußballer“ beschrieben wird, der aber „auf dem Feld explodieren“ möchte. Seine Qualitäten lobte auch Herbert Prohaska, Stöger sei ein Klassefußballer, der die Austria aufgrund seiner Qualitäten jedoch bald in Richtung Ausland verlassen werde. Das war auch das erklärte Ziel des Wieners, auch wenn mit dem Engagement bei der Austria ein Kindheitstraum für ihn in Erfüllung gegangen sei. Seine Stoßrichtung formulierte Stöger schon damals sehr deutlich: „Über die Violetten möchte ich mir einen Stammplatz in der Nationalmannschaft sichern, und dann, nach Ablauf meines Zweijahresvertrags will ich ins Ausland.“
1993 sah es so aus, als ob Stögers Karriereplan aufgehen könnte. Nach dem Erfolg des Wieners Andreas Herzog bei Werder Bremen titelte der Kurier „Auch Bayern München möchte einen Herzog“. Bayern-Geschäftsführer Hopfner habe bereits mit einem Spielervermittler Kontakt aufgenommen, um Stöger nach München zu lotsen. „Peter Stöger ist Austrias Gegenstück zum Ex-Rapidler Andreas Herzog. Wie Andi Herzog angedichtet wurde, als ‚Muttersöhnchen‘ in Deutschland schnell Heimweh zu bekommen, so schätzen viele Experten Peter Stöger für die Bundesliga als zu fragil ein. Nach dem Durchbruch Herzogs zum Superstar sind solche Vorurteile nicht mehr haltbar“, schreibt der Kurier im Juni 1996. Ein Spielervermittler wird mit den Worten zitiert, dass man den Bayern ein Stöger-Paket schnüren werde, zu dem sie „nicht nein sagen können“. Alle Unterlagen seien bereits auf dem Weg nach München. Dort kamen sie jedoch offensichtlich nie an, denn kurz darauf wurde der VfB Stuttgart als möglicher neuer Verein gehandelt, wo Stöger die Nachfolge von Maurizio Gaudino antreten sollte. Der Kurier schilderte die Konstellation wie folgt: „Stepanovic, neuer Trainer von Bayer Leverkusen, will den brasilianischen Ballkünstler zum deutschen Cupsieger holen. Stuttgart legt Gaudino nichts in den Weg, da ihn Trainer Christoph Daum mitverantwortlich für den Absturz in der vergangenen Saison gemacht hat. Damit wäre ein Ausländerplatz bei Stuttgart frei.“
Doch auch dieser Wechsel zerschlug sich, der vom Kurier zum Brasilianer geadelte deutsche Nationalspieler Gaudino (geboren im badischen Brühl) verließ zwar tatsächlich den VfB Stuttgart, doch Stöger blieb noch ein weiteres Jahr bei Austria Wien. Es folgten sechs weitere Vereinsstationen in Österreich, bis er 2004 seine aktive Karriere beim SC Untersiebenbrunn beendete.
Seine größten Erfolge als Spieler feierte Stöger mit Austria und Erzrivale Rapid (vier Meisterschaften und drei Pokalsiege sowie der Einzug in das Europapokalfinale 1996 gegen Paris St. Germain). Anschließend verdiente sich Stöger seine Meriten als Manager und Trainer bei verschiedenen Vereinen. 2012 kaufte ihn Austria Wien aus seinem noch laufenden Vertrag in Wr. Neustadt heraus und bestellte Stöger zum Nachfolger des glücklosen Ivica Vastic, der mit dem Verein am Ende der Saison 2011/12 nur den enttäuschenden vierten Platz belegte und somit die Qualifikation für die Europa League knapp verpasste. Stöger holte aus den ersten zehn Partien der Saison 2012/13 sieben Siege und brachte die Austria auf Meisterschaftskurs. Getrübt wurde die Stimmung in dieser Saison lediglich durch die Finalniederlage im Pokal gegen den Drittligisten FC Pasching (0:1) vor 16.500 Zuschauern im Wiener Ernst Happel Stadion.
Ungetrübte Stimmung herrscht dagegen im Kölner Sommer 2014. In den vergangenen zwölf Monaten sei „die Mannschaft nicht nur sportlich zusammengewachsen, sondern hat auch ein bisschen was vom Wiener Humor dazugewonnen“, erklärte Stöger gegenüber sportnet.at. Und auch die eine oder andere Parallele zwischen Wien und Köln hat Stöger in der Zwischenzeit erkannt. „Der Wiener ist ein klassischer Raunzer. Man jammert über alles, nichts ist gut genug. Aber wehe, jemand von außen kritisiert Wien. Dann hat er mit dem Wiener ein großes Problem“, so Stöger gegenüber dem Kurier. Dies sei in Köln nicht anders, „die Kölner jammern ständig über die Gebäude und die angeblich fehlende Schönheit der Stadt. Sagt aber ein Fremder etwas Negatives, dann heißt es gleich: Köln wurde im Krieg zerbombt, das passt schon so, wie es ist“. Allfällige Jammereien über Peter Stöger dürften sich in Köln nach der Aufstiegssaison jedenfalls erst mal in Grenzen halten.

 

Peter Stöger (*1966 in Wien) begann seine Karriere beim Favoritner AC. In acht Jahren bei Austria Wien erzielte der Mittelfeldspieler 59 Tore in 235 Ligaspielen. Weitere Stationen als Aktiver: FC Tirol, Rapid Wien, LASK, Admira Wacker und SC Untersiebenbrunn. 65 A-Länderspiele, 15 Tore. Stationen als Manager/Trainer: Austria Wien (2x), Vienna, Grazer AK, SC Wr. Neustadt, 1. FC Köln (seit 2013).

 

Die Generali Arena ist seit den 1970ern Heimstätte von Austria Wien. Das Stadion bietet aktuell 13.400 Zuschauern Platz, bis 2017 ist ein Ausbau auf 17.000 Plätze geplant. In der 2008 neu eröffneten Osttribüne befindet sich neben einem Shop und dem Viola Pub auch das Vereinsmuseum der Austria, in dem unter anderem ein Trikot von Toni Polster aus seiner Zeit beim 1. FC Köln zu sehen sowie die markante, in den Vereinsfarben der Austria gehaltene, Brille von Meistertrainer Peter Stöger. http://generali-arena.generali.at

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Erholungsgebiet Laaer Wald mit Böhmischem Prater (www.wien.gv.at, via Schwarzerweg 10 Min. Wegzeit)

 

Kulinarik:

  • Viola Pub: Bier 0,3l (Puntigamer/Schwechater) 2,90 Euro, Wiener Schnitzel 9,10 Euro

 

→ Wir gehen die Fischhofgasse entlang bis zur Endlichergasse und steigen auf der anderen Straßenseite in den Bus 15A (Richtung Enkplatz). Bei der Endstation wechseln wir in die Straßenbahn 71 und fahren bis zum Zentralfriedhof (2. Tor). Das Grab von Ernst Ocwirk befindet sich in Gruppe 40 (Ehrenhain, 4. Reihe, Grab 136). Wegzeit: 50 Minuten.

 

 

Station 6: Zentralfriedhof, Simmeringer Hauptstraße 234, 11. Bezirk (Ernst Ocwirk)

Grab von Ernst Ocwirk am Zentralfriedhof, ©bundesligainwien.at

Grab von Ernst Ocwirk am Zentralfriedhof, ©bundesligainwien.at

„Einen wie Ocwirk wird’s nie mehr geben“, titelte die in Wien erscheinende Arbeiter-Zeitung am 2. Februar 1980. Einen Tag zuvor erwiesen tausende Fans Ernst Ocwirk bei seiner Beerdigung auf dem Wiener Zentralfriedhof jenem Fußballer die letzte Ehre, der 1952 von „France Football“ zum besten Fußballer der Welt gewählt und von Fußballexperten auf dem ganzen Kontinent als „bester Center half der Welt“ verehrt wurde.
Begonnen hatte die große Karriere des Ernst „Ossi“ Ocwirk, der später als Trainer das Kunststück schaffen sollte, in nur einer Saison mit dem 1. FC Köln gleich zwei Finalspiele des DFB-Pokals zu verlieren, beim Floridsdorfer AC im Wiener Norden. Bald schon wurden andere Teams auf den 1926 geborenen Mittelfeldstrategen aufmerksam, doch ein Wechsel zu Rapid platzte, weil der FAC sein Jahrhunderttalent nicht so einfach ziehen lassen wollte. 1947 wechselte Ocwirk dann doch die Donauseite und heuerte bei der Austria an, die den FAC im Gegenzug großzügig beim Ausbau der Sportanlage unter die Arme griff. Ocwirk war sich bewusst, dass er zu einem mitunter recht launischen Verein wechselte. „Wenn der Gegner unterschätzt wird, schleichen sich leider auch Schlampereien ein. Schon zu Zeiten Sindelars kam es vor, daß die Austria gegen einen unterklassigen Gegner verlor, um wenige Tage später den Mitropacup zu gewinnen“, hielt Ocwirk 1956 in seiner Biographie fest.
Es folgten 23 Jahre, in denen Ocwirk als Spieler sowie ab 1962 als Trainer ausschließlich für Austria Wien und Sampdoria Genua tätig war. 1970 wurde der 44-jährige gerade zum zweiten Mal mit der Austria Meister, als über Thomas Parits der Kontakt zum 1. FC Köln entstand (siehe Parits-Kapitel Station 4). Im Juni wurde der Wechsel fixiert und Ocwirk folgte Hans Merkle, der mit dem FC in der Saison 1969/70 Vierter wurde. Die Tatsache, dass Ocwirk über keine damals notwendige Trainerlizenz für die Deutsche Bundesliga verfügte, umging der FC mit der auch heute gängigen Lösung, Ocwirk einfach eine zweite Person offiziell als Trainer zur Seite zu stellen. In diesem Fall war das Konditionstrainer Rolf Herings, Ocwirk sollte offiziell Technischer Direktor werden.
Die Vorschusslorbeeren für Ocwirk waren enorm, mit ihm komme „einer der ganz Großen des europäischen Nachkriegsfußballs nach Müngersdorf. Ocwirk trat vor Jahren in Österreich als Bahnbrecher moderner Trainingsmethoden auf. Er war es auch, der erstmals Trainingslager mit seiner Mannschaft einrichtete“, hielt der Kicker am 15. Juni 1970 fest. Ocwirk wurde zudem ein „strenges Profiregime“ attestiert, sein Grundsatz würde „hier Leistung, dort Geld“ lauten.
Der Wiener freute sich „aufrichtig, eine Mannschaft in die Obhut zu bekommen, in der Könner von Format wie Manglitz, Löhr und Weber stehen. Und natürlich Overath.“ Das strenge Profiregime bekam als erster Neuzugang Wolfgang John zu spüren, der sich auf Geheiß des Trainers den „stattlich sprießenden Backenbart“ stutzen musste. Trotzdem fiel das erste Fazit der Spieler über ihren neuen Übungsleiter positiv aus: „Ein prima Kumpel! Man merkt, daß er von einer langen und erfolgreichen Praxis als Spieler zehren kann.“
Die Saison begann für Ocwirk, der es sich in der Bellerstraße in Köln-Efferen gemütlich einrichtete, mit dem DFB Pokal. Auf ihn wartete jedoch nicht die erste Runde der neuen Saison, sondern fast alle Runden des Pokalwettbewerbs der Vorsaison, da der Pokalbewerb aufgrund der WM in Mexiko großteils erst im Sommer ausgetragen wurde. Rot Weiss Essen wurde mit 5:1 besiegt, der MSV Duisburg gar mit 6:1. Im Viertelfinale musste Mönchengladbach am Bökelberg mit 3:2 dran glauben. Und als im Halbfinale am 19. August 1970 Alemannia Aachen auswärts mit 4:0 gedemütigt wurde, sahen sich so mancher Kölner Fan und so ziemlich alle Journalisten nicht nur im Pokal als Favorit, sondern auch in der Meisterschaft. „Kölns Frühform ist fast schon beängstigend“, befand der Kicker. Lediglich FC-Geschäftsführer Gerd König versuchte die legendäre Kölner Euphorie einzubremsen, es sei unsinnig von der Meisterschaft zu sprechen, dies sei ein „weiter, steiniger Weg“.
Der erste große Steinbrocken, der sich den Kölnern in den Weg legen sollte, waren die Kickers aus Offenbach, die den FC Ende August im Pokalfinale mit 2:1 besiegten. Nicht nur Ocwirk musste die starke Leistung der Offenbacher anerkennen, auch die frühere FC-Torwartlegende Frans de Munck (der „schöne Frans“) meinte im Anschluss, dass „die Offenbacher verdient gewonnen haben“. Besonders bitter für eingefleischte Anhänger des Geißbock-Clubs war der Umstand, dass mit Klaus Winkler ausgerechnet ein Ex-Gladbacher die Kickers auf die Siegerstraße brachte.
Die Kölner Euphorie verflog auch in der Bundesliga recht schnell, großteils dümpelte der von Verletzungen geplagte Club im Mittelfeld herum, dementsprechend wuchs auch die Kritik am „charmanten“ Wiener. „Die Flitterwochen zwischen Ernst Ocwirk und dem 1. FC Köln verliefen traumhaft. Nachher geriet diese Traumehe allerdings in eine akute Krise. Nach einer Serie von sieglosen Meisterschaftsspielen wurde der Ton zwischen den beiden Ehepartnern zwangsläufig sachlicher und kritischer“, kommentierte die österreichische Sportzeitung Sport und Toto im Stil einer Adelsberichterstattung.
Kritisiert wurden nicht nur seine taktischen Vorgaben, sondern dass er von „der Betreuerbank aus zu wenig Einfluss auf das Spielgeschehen nimmt“. Kölns Coach sei ein zu vornehmer Schweiger, philosophierte Sport und Toto. Ocwirk wünschte sich einen Geschäftsführer, wie er ihn in Person von Joschi Walter zuvor bei der Austria hatte, „der selbst nach anfänglichen Mißerfolgen unverbrüchlich hinter mir stand und mir das Rückgrat steifte“.
Zum endgültigen Bruch zwischen Ocwirk und dem Verein kam es in der Winterpause, als Clubboss Oskar Maaß für einen Obolus von 115.000 Mark eine finanziell lukrative Südamerika-Tournee organisierte. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir auf Südamerika verzichtet“, beschwerte sich Ocwirk über die sportlich nur bedingt sinnvolle Reiseunternehmung. Doch es half auch die Schützenhilfe von Hennes Weisweiler nichts, der derartige Tourneen als „aus sportlicher Warte reinen Wahnsinn“ bezeichnete. Was daran gelegen haben dürfte, dass auch Weisweiler nicht allzu froh war, wenn er mit Mönchengladbach zu derartigen Tourneen an die exotischsten Orte der Welt aufbrechen musste. Stimmungsaufhellend waren Anfang 1971 auch nicht die Knüppel, die Ocwirk als ausländischem Trainer von Seiten der offiziellen Vertretung der Deutschen Fußball-Trainer zwischen die Beine geworfen bekam. „Kenner der westdeutschen Sportmaterie legen bereits jetzt jede Wette, daß ‚Ossi‘ das Beispiel von Frantisek Bufka kopieren muß. Sie sind überzeugt, daß der 45jährige Wiener bei der Prüfung für die DFB-Trainerlizenz einem „Muß-Durchfaller“ zum Opfer fällt“, schrieb Sport und Toto. Hinzu kam das Heimweh, „es plagt mich und meine Gattin“, gab Ocwirk freimütig gegenüber dem Sportfunk zu.
Der Start in die Bundesliga-Rückrunde glückte besser als erwartet, aus den ersten fünf Spielen holte der FC drei Siege und ein Unentschieden. Doch nach dem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach Ende März riss endgültig der Faden in der Liga, aus den verbliebenen neun Spielen holten die Kölner lediglich zwei Siege gegen die beiden späteren Absteiger aus Offenbach und Essen. Schalkes umtriebiger Präsident Günter Siebert sah sich gezwungen, seinen Senf zur Kölner Situation dazuzugeben und vermutete in seiner Ferndiagnose die dünne Spielerdecke der Kölner als Ursache für den sportlichen Misserfolg. „Ocwirk ist zweifellos ein guter und tüchtiger Trainer. Ich bin überzeugt, daß er große Erfolge feiern könnte, wenn man ihm ein entsprechendes Spielermaterial zur Verfügung stellen würde. Wenn in Köln jedoch ein Spieler ausfällt, kann er nicht dementsprechend ersetzt werden.“
Köln landete schließlich auf Platz elf und wie schon weiter oben beschrieben, ging auch das zweite DFB Pokalfinale Ocwirks gegen Bayern München verloren. Eine gebrauchte Saison also, in der bereits im Februar 1970 durchsickerte, dass sich der FC mit Trainer Gyula Lorant für die neue Saison geeinigt habe. Ob nun das verlorene Pokalfinale gegen Offenbach oder die Südamerikatournee im Winter Knackpunkt für die letztlich erfolglose Saison waren, darüber scheiden sich noch heute die Geister. Für den Wiener war die Saison in Köln trotzdem „kein verlorenes Jahr. Es sollte halt nicht sein“, so Ocwirk gegenüber dem Sportfunk. Die deutsche Trainerlizenz hat er nie erworben. „Ich habe zwei Befähigungsnachweise. Den österreichischen und den italienischen. Ich war im März 1970 45. In diesem Alter überlegt man, wenn man sich neuerlich auf die Schulbank setzen soll.“
Als auch Ocwirks Nachfolger Gyula Lorant in Köln in die Kritik geriet, ließ es sich der österreichische Sportfunk nicht nehmen, eine Breitseite gegen den 1. FC Köln abzufeuern. „Bislang hat die Mannschaft unter Lorant aber keine Bäume ausreißen können. Im Gegenteil, sie spielt weit schwächer und weit kraftloser als unter Ernst Ocwirk. Köln war immer ein ‚heißes‘ Pflaster für die Trainer. Ernst Ocwirk dürfte gut beraten gewesen sein, als er sich selbst von Köln zurückzog. In Köln kann man als Trainer offenbar keine großen Lorbeeren ernten.“
Ernst Ocwirk starb am 23. Januar 1980. „Er war ein Vorbild für die Jugend weit über die Grenzen des Sports hinaus. Um ihn trauert nicht nur seine Heimatstadt Wien, sondern auch das ganze Land“, würdigte Sportstadtrat Peter Schieder Ernst Ocwirk.

 

Ernst Ocwirk (*1926 in Wien) absolvierte für das Nationalteam insgesamt 62 Spiele, Ocwirk war Teil jener legendären österreichischen Mannschaft, die bei der WM 1954 in der Schweiz Dritter wurde. Seine Vereinskarriere führte ihn von Stadlau über den Favoritner Athletic Club zu Austria Wien, von wo er 1956 zu Sampdoria Genua wechselte. Dort wurde er als Il Dio (Der Gott) verehrt. Der „Spiegel“ notierte im September 1956 zu Ocwirks Zeit in Italien: „Der Manager der Filmschauspielerin Sophia Loren hielt es für nützlich, ihn zum Nachmittagstee bei der Loren einzuladen. Im Namen Ocwirks lehnte der technische Leiter seines neuen Klubs die Einladung mit der Begründung ab, für Ocwirk sei die Form im Augenblick wichtiger als die Formen“. Nach seiner Zeit beim 1. FC Köln trainierte er bis 1973 Admira Wacker, bis ihn seine fortschreitende schwere Erkrankung an weiteren Trainertätigkeiten hinderte. Ocwirk starb 1980 in Pöchlarn, als Todesursache wurde Multiple Sklerose angegeben. Später brachte der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello seinen frühen Tod in Zusammenhang mit der tödlichen Nervenkrankheit ALS sowie Doping (Datum 4/2004).

 

Der Wiener Zentralfriedhof ist der mit Abstand größte Friedhof von Wien. Auf einer Fläche von 2,5 Millionen Quadratmetern befinden sich 330.000 Grabstellen (Kölner Melaten-Friedhof: 435.000m2/55.000 Gräber). 1874 wurde der Friedhof eingeweiht. Neben Präsidenten, Bundeskanzlern und anderen hochrangigen Politikern wurden hier auch zahlreiche berühmte Künstler und Wissenschafter beerdigt. Aufgrund seiner Größe wird eine Buslinie über den Friedhof geführt, auch das Befahren mit Autos ist (gegen Gebühr) erlaubt. www.friedhoefewien.at

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Zahlreiche Gräber von berühmten Persönlichkeiten (u.a. Falco, Adolf Loos, Gustav Mahler, Hans Moser, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Franz Schubert, Mathias Sindelar, Strauss Sohn&Vater, Ludwig van Beethoven)
  • Alter Jüdischer Friedhof
  • Karl Lueger Gedächtniskirche (www.luegerkirche.at)

 

Kulinarik:

  • Schloss Concordia (Simmeringer Hauptstraße 283, 11. Bezirk, gegenüber Zentralfriedhof Tor 1): Wiener Küche, Bier 0,3l (Wieselburger) 3,48 Euro, Schnitzel 11,78 Euro. Spezialitäten: Concordia Superschnitzel & Schnitzel-Karussel mit elf verschiedenen Schnitzeln. Eintrag im Falter-Lokalführer unter www.falter.at.

 

→ Da Station 7 (Lainzer Tiergarten) etwas außerhalb liegt und sich zudem über ein sehr weites Gebiet erstreckt, empfiehlt sich zum Besuch dieser Station wohl ein eigener Tag. Daher verzichte ich hier auf eine direkte Wegbeschreibung vom Zentralfriedhof zum Lainzer Tiergarten. Zum Haupttor des Tiergartens (Lainzer Tor, daneben gibt es sechs weitere Tore mit unterschiedlichen Öffnungszeiten bzw. Wintersperren) gelangt man mit der Straßenbahn 62 (fährt ab Oper) bis Hermesstraße, dort mit dem 60B zum Lainzer Tor (Fahrtzeit ca. 45 Min.).

 

 

Station 7 (Toni Polsters Ausflugtipp): Lainzer Tiergarten, Hermesstraße, 13. Bezirk

Lainzer Tiergarten, ©bundesligainwien.at

Lainzer Tiergarten, ©bundesligainwien.at

Die erste Gelegenheit auf ein Kennenlernen mit dem 1. FC Köln ergab sich für Toni Polster im August 1983. Der FC gastierte im Rahmen eines Testspiels gegen Polsters damaligen Club Austria Wien im heutigen Ernst Happel Stadion. Doch Austrias Trainer Vaclav Halama stellte den 18-jährigen Toni nicht auf, da dieser damals zeitgleich seinen Präsenzdienst beim Bundesheer ableistete. Doch auch ohne Polster rechnete sich die Austria einen Erfolg gegen die „Kölner Streithansln“ (Kurier) aus. Der FC testete gegen die Austria zum letzten Mal vor der wenige Tage später beginnenden Saison. Die Streitereien innerhalb des Vereins gab Manager Hannes Löhr freimütig zu: „Das Klubzeichen des 1. FC Köln zeigt einen Geißbock in Angriffsstellung. ‚Stur wie Böcke sind auch die meisten unserer Spieler‘, gesteht Hannes Löhr. ‚Es gibt zu viele Gruppenbildungen in der Mannschaft’“, heißt es im Kurier. Vor allem eine Auseinandersetzung zwischen Toni Schumacher und Gerhard Strack auf der einen sowie Pierre Littbarski auf der anderen Seite sorgte für Unruhe. Dazu schien die Chemie zwischen Spielern und dem autoritären Trainer Rinus Michels  nicht mehr zu stimmen. „Gegen Austria werden wir zeigen, daß der 1. FC Köln kein zerstrittener Haufen ist“, gab sich Löhr trotz allem hoffnungsfroh. Und er sollte recht behalten, der FC gewann vor 5.000 Zuschauern, die dem Regen – damals war das Happel Stadion noch ohne Dach – trotzten. Michels ließ sich anschließend für sein „Defensivkonzept“ feiern, drei der vier Kölner Treffer fielen erst in der Schlussviertelstunde, nachdem die Austria zuvor erfolglos angerannt war. Für Köln trafen Gerhard Strack, Holger Willmer und Klaus Allofs (2). Toni Polster sollte also zehn weitere Jahre warten müssen, bis er nähere Bekanntschaft mit dem 1. FC Köln machen durfte. Doch der Reihe nach.
Der kleine Toni erblickte am 10. März 1964 das Licht der Welt. Ob als junger Bub im Hof seines Gemeindebaus oder im Hinterhof seiner Volksschule, Toni Polster nutzte schon als Kind jede freie Minute um Fußball zu spielen. Die dafür verantwortlichen Gene, so lässt er die Leser seiner Biographie „Doppelpack“ (Pichler Verlag) wissen, habe er wohl von seinem Vater Anton übernommen, der es immerhin bei einigen Vereinen bis ins B-Team schaffte.
Obwohl sein großes Vorbild Hans Krankl beim Erzrivalen Rapid spielte, startete Polster seine ersten fußballerischen Gehversuche bei Austria Wien – so wie es sich für einen in Favoriten geborenen Buben gehörte. Bei der Austria gewöhnte er sich seinen Spielstil an, der ihn zwar für das Publikum  als lauffaul erscheinen ließ, ihm aber gleichzeitig die nötige Gefährlichkeit vor dem Tor garantierte. „Als ich mit 13 oder 14 einen Wachstumsschub bekam, sind plötzlich Knieprobleme aufgetreten. Da hat es dann geheißen: Zwanzig Minuten warmlaufen vor dem Aufwärmen, damit die Knie warm werden. Wenn man soviel spielt, gewöhnt man sich einen ökonomischen Stil an. Man macht drei, vier Tore, was ja bei Schülern oft vorkommt, und da schießt es dir dann ein: Halt dich zurück, spar dir die Kräfte! Kann sein, daß mich das als Spieler geformt hat“, heißt es in Polsters Biographie.
Der Kicker wird 1983 das erste Mal auf Toni Polster aufmerksam und widmet ihm eine ganzseitige Story. Auch hier ist seine Spielanlage Thema: „Zwar glaubt der Toni nach wie vor, daß Fußball eben ein Ballspiel ist, bei dem das Rennen nicht so wichtig ist. Aber daß man in der modernen Spielart nicht untätig am Mittelkreis auf einen Konter lauern kann, während der eigene Manndecker mit nach vorn marschiert, das hat er schon akzeptiert.“ Auch später, als Trainer, bleibt Toni seinem Stil treu: „Mir ist es heute lieber, ein Spieler läuft nur acht Kilometer und das mit Hirn, als zwölf Kilometer ohne Hirn.“
Dass Polster ein gutes Gespür dafür hatte, wann es sich auszahlte die Beine in die Hand zu nehmen und wann nicht, beweist seine Torstatistik. Nach einem halbjährigen Gastspiel beim zweitklassigen 1. FC Simmering erzielte er in der österreichischen Bundesliga zwischen 1982 und 1987 120 Tore für Austria Wien. Er wurde drei Mal hintereinander Torschützenkönig und gewann den Goldenen Schuh der UEFA für die Saison 1986/87. Auch bei den weiteren Stationen in Italien und Spanien ließ Toni Polster Tore sprechen, bis 1993 erzielte er weitere 92 Treffer.
Als sein spanischer Verein Rayo Vallecano mit den Gehaltszahlungen in Verzug kam, verdichteten sich im Frühjahr 1993 die Gerüchte über einen Wechsel Polsters. Anstelle des 1. FC Köln wurde jedoch über eine Rückkehr zur Wiener Austria in den Medien spekuliert. „Seit 21 Monaten habe ich keine Gage erhalten – ich verbringe in Madrid mehr Zeit im Klubsekretariat als auf dem Trainingsplatz. Die Streiterei mit den Funktionären nervt mich“, erklärte Polster im März 1993 gegenüber Sport und Toto. Die im Juni geführten Transfergespräche mit seinem Ex-Klub Austria führten jedoch zu keiner Einigung, es spießte sich an den finanziellen Details. „Ich hab schon sehr zurückgesteckt, weil ich weiß, daß man hier nicht soviel wie im Ausland verdienen kann. Aber ich hab meine Limits. Austria will in die Champion’s League, da muß man eben etwas riskieren“, erklärte Polster Anfang Juli.
Mit dem 1. FC Köln dürften die finanziellen Details dagegen gepasst haben, denn zwei Tage später verkündete der Express Polsters bevorstehenden Wechsel an den Rhein. Der österreichische Nationalspieler habe sich „hinter den Hecken“ mit seinem Anwalt zu Geheimverhandlungen ins Vereinssekretariat geschlichen, wo man mit Klubmanager Thielen verhandelt habe. „Mit dem finanziellen Angebot der Kölner kann Austria nicht mithalten“, hieß es in österreichischen Zeitungen und der Ex-Kölner Thomas Parits gratulierte Polster schon mal zum Wechsel, der 1. FC sei für Toni „eine tolle Sache, er wird sich in Köln sicher wohl fühlen“.
Polster sollte nach den Abgängen von Littbarski, Fuchs und Ordenewitz im Konzept von Trainer Morten Olsen eine wichtige Rolle einnehmen. Und diese Rolle wollte sich der FC auch einiges kosten lassen, kolportiert wurden fünf bis sechs Millionen Schilling Jahresgage und 2,8 Millionen Schilling Handgeld für Polster. Olsen freute sich auf Polster, dieser sei mit seinen 29 Jahren im richtigen Alter gewesen, um für die junge Kölner Mannschaft eine echte Verstärkung zu sein.
Doch die Verhandlungen mit Polsters gehaltssäumigem spanischen Arbeitgeber zogen sich in die Länge. Während sich Polster unter anderem „in der Hobby-Truppe seines Anwalts in Wien-Kagran“ fit hielt (Kurier), verhandelte besagter Anwalt mit Rayo Vallecano Polsters Abschied aus Spanien. In den Medien zeigte sich Polster vom 1. FC Köln schon mal sehr angetan, Trainer Olsen sei ein Super-Typ und absoluter Experte und „die Spieler sind mir alle aus dem Fernsehen bekannt“. Polster hoffte, dass er in Köln etwas bewegen würde können: „Wenn ich mit guten Bällen versorgt werde, schieße ich auch die Tore“.
Das Nervenspiel um Polsters Freigabe für den 1. FC Köln wurde erst neun Tage später beendet, sodass der Wiener verspätet in die Vorbereitungsspiele des FC einstieg. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich sogar der Spiegel mit den beschwerlichen Verhandlungen: „Kölns Unterhändler Karl-Heinz Thielen war nicht in der Lage, den Vorgang zu beschleunigen – er weilte während der Polster-Posse zum Golfurlaub am Wörthersee.“ Gleich der zweite Auftritt Polsters im FC-Trikot ging jedoch daneben. Laut DPA „enttäuschte Polster im Sturm auf allen Linien“. Für Trainer Olsen jedoch kein Beinbruch, aufgrund der ungewissen Vertragssituation habe Polster nun mal einen gewissen Trainingsrückstand. „Aber ich bin überzeugt, vom Toni reden noch alle“, so Olsen eine Woche vor dem Saisonstart gegen Kaiserslautern.
Für die Kölner Medien war Polster aufgrund seines Wiener Schmähs und seiner offenen Art ein begehrter Interviewpartner. Die Schattenseiten dieser Öffentlichkeit bekam Polster jedoch schon in den ersten Wochen zu spüren. „Polster raucht Kette – bei Köln ist schon Feuer unterm Dach“ titelte die Bild, Morten Olsen müsse ihm „erst noch Beine machen“. Eine Breitseite, die Polster nicht auf sich sitzen lassen wollte. Mit der Kölner Presse werde „ich ein ernstes Wort reden müssen. Was die in den letzten Tagen an Respektlosigkeit gezeigt haben, ist einfach zuviel. Sie brauchen mir keinen Honig ums Maul schmieren, sollen aber fair und objektiv berichten“, sagte ein enttäuschter Polster zu österreichischen Medien. Und auch ehemalige Kölner Größen ließen es sich nehmen, ihren Senf dazuzugeben. „Wolfgang Overath hat Öl ins Feuer gegossen, die Transferpolitik angeprangert und gemeint: ‚Der FC hat kein Scouting-System, der kauft, was übrigbleibt.‘ Nicht lustig zum Einstand“, erinnert sich Polster später in seiner Biographie.
Trost und Nähe fand Polster damals bei Hans Hubert Baggeler, dem Besitzer des Landhaus Gut Keuchhof im Kölner Vorort Lövenich. „Du, Hubsi-Bubsi, kann ich nicht bei dir wohnen“, fragte Polster seinen Freund eines Tages und kurz darauf klopfte er mit gepackten Koffern an die Tür von Gut Keuchhof. Baggeler war es auch, der Polster dazu riet, weniger auf die veröffentliche Meinung in den Medien zu geben und sich stattdessen auf seine Stärken als Stürmer zu konzentrieren. Und das tat Toni dann eindrucksvoll. Am 4. Spieltag gelangen ihm beim 2:1-Auswärtserfolg zwei Vorlagen, im folgenden Spiel gegen Freiburg platzte der Knoten und Polster erzielte seine ersten beiden Tore in der Bundesliga. Die Presse überschlug sich – Polster war endlich in Köln angekommen. Seinen Spitznamen Toni Doppelpack verdiente er sich bereits Anfang November 1993, als ihm beim 2:0-Sieg gegen Werder Bremen zum dritten Mal hintereinander in einem Spiel zwei Tore gelangen.
Bis 1998 schoss sich Polster mit 79 Tore und 21 Assists zu einem der erfolgreichsten Kölner Torschützen aller Zeiten. Hinzu kam ein bis heute andauernder Kultstatus bei den Fans, den Polster nicht nur den Auftritten mit den Fabulösen Thekenschlampen, sondern auch seinem im Rheinland beliebten Wiener Schmäh zu verdanken hat.
Einen faden Beigeschmack erhielt die Beziehung Polsters zum FC erst durch seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Der soeben zum ersten Mal in seiner Klubgeschichte abgestiegene FC bot Polster 1998 im Gegenzug für die Einhaltung seines noch bis 1999 laufenden Vertrages einen Anschlussjob im Management des Vereins. Doch Toni Doppelpack wollte lieber weiterhin in der 1. Bundesliga spielen, zumal ein Engagement im nahen Gladbach die Möglichkeit bot, dass seine Familie in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben konnte.
Sechzehn Jahre später denkt Toni Polster immer noch sehr positiv an seine Zeit in Köln und an „den Respekt und die große Liebe der Fans zu mir als Person und Fußballer“ zurück. Von seinen Trainern während seiner Zeit in Köln ist ihm vor allem Morten Olsen in guter Erinnerung geblieben („Der erste, der mir beigebracht hat, wie man den Aufbau des Gegners blockiert“). Geschätzt wurde er von Lorenz Günther Köstner („Toni ist eine geradlinige Persönlichkeit, ein ausgebuffter Profi im positiven Sinne. Er hatte wirklich Charakter“). Keine rechte Freude hatte Polster mit Peter Neururer, „dauernd hat er sich mit mir angelegt und hat mir eins auswischen wollen. Was Neururer über mich geschimpft hat, alles unter der Gürtellinie. Zum Beispiel: ‚Was wollt ihr mit dem Polster – der ist doch nur noch gut, daß er sich das Geld von der Bank holt!’“
Heute ist Polster als Trainer beim SC Wiener Viktoria tätig, mit der er bis in die drittklassige Regionalliga aufstieg (im Sommer 2014 stieg der Verein wieder ab). Ein zwischenzeitliches Engagement beim Bundesligisten Admira Wacker verlief nicht sehr erfolgreich, bereits nach drei Niederlagen in drei Spielen war für Polster Schluss. Auch wenn Polster heute nur noch als Trainer wahrgenommen werden will, ist er in der österreichischen Medienlandschaft sehr präsent. Neben zahlreichen Werbe-Auftritten ist Polster unter anderem als Kolumnist beim Boulevardblatt Österreich tätig.
Seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Wien dokumentierte Polster in der 2008 veröffentlichten Single „Da Summer in Wien“. Darin heißt es unter anderem: „Ich war in Sevilla, Gladbach, Köln und Turin, aber nix is so schön, wie da Summer in Wien“. Besonders angetan hat es ihm der Lainzer Tiergarten. „Das ist ein wunderschöner Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann.“ Auch kulinarisch fühlt er sich sehr mit Wien verbunden, nichts geht ihm über eine knusprige Schweinsstelze – „die kriegt man in Deutschland nirgends!“

 

Toni Polster (*1964 in Wien) begann seine Karriere in der Jugend von Austria Wien. Seinen Durchbruch feierte er in der Saison 1982/83, nachdem er zuvor an den Simmeringer SC ausgeliehen wurde und dort regelmäßig getroffen hatte. Für die Austria erzielte Polster in 145 Ligaspielen 119 Tore. 1987 wechselte Polster zu Torino Calcio. Über FC Sevilla, Logrones und Rayo Vallecano kam Polster 1993 schließlich zum 1. FC Köln, für den er bis 1998 in 150 Ligaspielen 79 Tore schoss. Anschließend wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, seine aktive Karriere beendete Polster im Jahr 2000 bei Austria Salzburg. Für die Nationalmannschaft traf Polster in 95 Spielen 44 mal.

 

Ähnlich wie der Prater im zweiten Bezirk wurde der Lainzer Tiergarten früher als kaiserliches Jagdgebiet genutzt und war somit für den normalsterblichen Wiener nicht zugänglich. Um allzu neugierige Wiener vom Gelände fernzuhalten (und im Gegenzug das Wild an einer Flucht nach draußen zu hindern), wurde unter Kaiser Joseph II. Ende des 18. Jahrhunderts eine Mauer rund um den Tiergarten geplant. Die Legende (und Wikipedia) besagt, dass in Folge der ökonomisch amateurhaften Planung dieses Vorhabens der Begriff „Armer Schlucker“ geboren wurde, da sich Baumeister Philipp Schlucker bei der Konstruktion ordentlich verkalkuliert haben soll. Nach dem 1. Weltkrieg endete nicht nur die Herrschaft der Habsburger über Österreich-Ungarn, sondern auch über den Lainzer Tiergarten. Seither entwickelte sich das 2.450 Hektar große Gelände, auf der rund 3.400 Fußballplätze Platz hätten, zum beliebten Ausflugsziel der Wienerinnen und Wiener. Neben dem weitläufigen Parkgebiet weiß der Lainzer Tiergarten auch mit der in den 1880ern errichteten Hermesvilla zu beeindrucken, die immer wieder vom Wien Museum für Ausstellungen genutzt wird. www.lainzer-tiergarten.at
Geißbock-Alarm! In einem privaten Gehege in der Nähe des Pulverstampftores können Freunde des Wappentiers des 1. FC Köln mit etwas Glück einen Geißbock entdecken.

 

Kulinarik:

  • Im Lainzer Tiergarten befinden sich drei Rasthäuser, darunter das Hirschgstemm und das Rohrhaus. In der Nähe des Lainzer Tors liegt die Hermesvilla (www.hermes-villa.at, Hermesstraße, 13. Bezirk): Bier 0,3l (Weitra Bräu) 2,90 Euro, Schnitzel 11,90 Euro

 

 

Weitere Orte in Wien mit 1. FC Köln-Bezug:

  • Annagasse 20, 1. Bezirk: Im ehemaligen Sekretariat von Austria Wien stellte sich 1966 ein gewisser Wolfgang John mit den Worten „Ich möchte bei der Wiener Austria spielen“ vor. Zuvor war John mit Hilfe seiner Frau, der Sängerin Beauty Milton, aus Ostberlin geflohen. Zwar wurde er in den Kader aufgenommen, doch die Austria fand keine wirkliche Verwendung für ihn. An seinen Einsatzzeiten änderte sich auch nichts, als er 1970/71 unter Ernst Ocwirk beim 1. FC Köln spielte. Die Kölner Führung orakelte 1971 gegenüber dem Kicker bzgl. der Gründe für Johns schwache Form: „Vielleicht bekam John das Klima am Rhein nicht“.
  • Himmelpfortgasse 7, 1. Bezirk: Im ehemaligen Cafe Savoy, das in den 1960ern Austria Wien (wie zuvor so viele andere Kaffeehäuser) als Sekretariat diente, wurde Thomas Parits 1964 mit den Violetten über einen Wechsel zur Austria handelseins. „Damals hat es ja noch keine Geschäftsstelle gegeben und das Sekretariat befand sich im Hinterzimmer vom Savoy“, erinnert sich Parits zurück.
  • Johannesgasse 28, 3. Bezirk: Im Hotel Intercontinental wohnte Marcel Koller (FC-Trainer in der Abstiegssaison 2003/04) in seinen ersten Wochen als österreichischer Teamchef (seit 2011). Sein erstes Urteil über die österreichische Hauptstadt: „Wien ist architektonisch fantastisch.“ (Kurier, Dezember 2011)
  • Mariahilfer Straße 77, 6. Bezirk: Vor dem Eingang zum Generali Center hat sich Toni Polster auf der „Straße der Sieger“ mit Hand- und Fußabdrücken im Beton verewigt.
  • Piaristengasse 43, 8. Bezirk: Während seiner Zeit in der Piaristen-Volksschule unternahm Toni Polster seine ersten Versuche als Torjäger. Weitere von Polster besuchte Schulen: Neulandschule Laaerberg, Sporthauptschule Wendstattgasse und Berufsschule Castelligasse.
  • Roßau, 9. Bezirk: In der 1869 im Stil des Historismus fertiggestellten Rossauer Kaserne war Thomas Parits während seiner Zeit beim Bundesheer (Garde) stationiert. Rund zehn Jahre zuvor musste im hier angesiedelten Verkehrsamt sein späterer Trainer Ernst Ocwirk seine Führerscheinprüfung ablegen. „Ocwirk erweckte in diesem Augenblick Mitgefühl. Als sein Name aufgerufen wurde, ging Ossi sichtlich um ein paar Zentimeter ein, raffte sich aber sogleich zusammen und schritt wie ein Mann über die Schwelle“, hielt Sport und Toto den Moment der Prüfung fest. Nach der Theorie folgte die Praxis und hier stand unter anderem „Reversieren auf engem Raum“ auf dem Programm. „Einmal hin, einmal her. Sanft, wie ein Krankenwagen, schwenkte der Fünftonner ein und fuhr in der Richtung, aus der er eben gekommen war, wieder weiter“, schildert der Reporter von Sport und Toto das Manöver wie den Anlegevorgang eines Kreuzfahrtschiffs. Nach der bestandenen Prüfung heißt es: „Rasant ist er nur auf dem grünen Rasen. Und dabei soll es bleiben. Das hat er zum Abschied seinem Fahrlehrer versprochen.“
  • Brunnweg 4, 10. Bezirk: Im an dieser Stelle befindlichen Wiener Gemeindebau wuchs Toni Polster auf. Details zu diesem typischen Wiener Gemeindebau als pdf-Dokument (extern).
  • Kennergasse 3, 10. Bezirk: Auf der Sportanlage des Favoritner AC begann Peter Stöger 1975 als 9-jähriger seine Vereinskarriere.
  • Kundratstraße 3, 10. Bezirk: Im Kaiser Franz Josef Spital kommt Toni Polster am 10. März 1964 um 3:10 Uhr zur Welt (51cm, 3,90kg).
  • Quellenstraße 20, 10. Bezirk: Bei Adler Optik kauft Peter Stöger seine (unter anderem in Vereinsfarben gehaltenen) Brillen.
  • Viktor Adler Markt 75-77, 10. Bezirk: Ins Cafe Prokes in Wien-Favoriten kehrt Stöger bei Heimatbesuchen gerne zurück. „Favoriten ist mein Bezirk. Ich liebe Favoriten, ich bin dort aufgewachsen, hier habe ich mit dem Fußball begonnen“, erklärt Stöger Anfang 2014 im Gespräch mit dem Kurier.
  • Simmeringer Hauptstraße 213, 11. Bezirk: Auf der Sportanlage des 1. Simmeringer SC bzw. ihren Vorläufern (Simmeringer Had, für Heide) kickte nicht nur Toni Polster in seiner Jugend, mit Ferdinand Swatosch spielte in Simmering in den 1920er Jahren auch ein technisch brillianter Mittelstürmer, „dem zum absoluten Star nur der letzte Einsatzwille fehlte“ (Quelle: http://www.simmeringer-sc.at). Swatosch spielte ab 1924 für die SpVgg Sülz 07, die 1948 mit dem Kölner BC zum 1. FC Köln fusionierte. „Nur der Umstand, dass unser ‚Ferdl‘ nach der den Wienern sympathischen Rheinstadt abwandert, lässt uns den Verlust leichter ertragen“, schrieb damals das Wiener Sport-Tagblatt. Mit Sülz wurde Swatosch 1927/28 Westdeutscher Meister, für den Verein damals eine Sensation. Neben seinem Salär erhielt Swatosch auch einen Zigarrenladen. 1930 kam Swatosch als Spielertrainer mit Köln bis ins Viertelfinale der deutschen Meisterschaft, kurz darauf wurde er vom auf den Amateurstatus pochenden DFB wegen „verbotener Geldannahme“ gesperrt. Anschließend war Swatosch als Trainer tätig, unter anderem ab 1952 für den Stadtrivalen Fortuna Köln. Das verhinderte nicht seine Wahl zum „populärsten Kölner“ (noch vor Konrad Adenauer) durch die Leserschaft einer Illustrierten (Hachleitner, Die Legionäre, LIT). Die im 11. Bezirk gelegene Swatoschgasse hat nichts mit dem Fußballer Ferdinand Swatosch zu tun, sondern geht auf seinen Namensvetter Leopold zurück, den Gründer des Simmeringer Heimatmuseums.
  • Oswaldgasse 34, 12. Bezirk: Sportanlage des Wiener Viktoria SC, den Toni Polster seit 2014 trainiert und wo er schon zwischen 2011 und 2013 als Trainer tätig war.
  • Felberstraße 50, 15. Bezirk: Ehemaliger Standort einer von Ernst Ocwirk geführten Tankstelle, der neben seiner aktiven Fußballerkarriere auch Besitzer von mehreren Tankstellen war. Auch Thomas Parits (im Burgenland) und Toni Polster (21. Bezirk, Brünnerstraße) fungierten neben ihrer Spieler-Karriere als Tankstellen-Pächter.
  • Ocwirkgasse, 21. Bezirk: Der Straßenzug wurde 1981 zu Ehren von Ernst Ocwirk nach ihm benannt.
  • Straßäckergasse 99, 22. Bezirk: Auf dem ehemaligen Gelände des FC Stadlau lernte Ernst Ocwirk ab 1939 das Kicken.
  • Anton Baumgartner Straße 44, 23. Bezirk: Im Wohnpark Alt Erlaa (Block A6) wohnte Toni Polster, als er zu Beginn der 1980er seinen Durchbruch im österreichischen Fußball schaffte. Die imposante Wohnanlage, ausgestattet u.a. mit Dachschwimmbädern, wurde von Architekt Harry Glück in den 1970ern entworfen. Einer von Toni Polsters damaligen Nachbarn war übrigens Hans Krankl.
  • Niederösterreich: Wer im Rahmen seines Wien-Trips ein bisschen Zeit übrig hat, kann dem Gasthaus der Familie von Stefan Maierhofer einen Besuch abstatten. Mit dem Postbus 447 geht es von Wien Hütteldorf bis zur Station Gablitz Berggasse. Von dort sind es rund zwanzig Minuten zu Fuß zum Gasthaus Hochram-Alpe (www.hochramalpe.at). Wegzeit ab Hütteldorf: ca. 40 Minuten

 

 

 

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